Rezension: Stephan Kulle: Karmapa: Der neue Stern von Tibet.

Rezension:

Stephan Kulle: Karmapa – der neue Stern von Tibet

Ich habe mir vor ein paar Tagen Stephan Kulles Buch „Karmapa“ über die eine

Inkarnation des 17. Karmapa gekauft. Ich war zuerst neugierig, aber ziemlich

bald sehr enttäuscht: Es gibt 2 Reinkarnationen des 16. Karmapa, und leider

auch eine sehr stark polemische Kontroverse, wer denn von beiden die

richtige“ sei. Leider gibt Herr Kulle fast ausschließlich den Standpunkt der

Anhänger des 17. Karmapa Ugyen Trinley wieder, anscheinend ohne die

Meinung der „anderen Seite“ eingeholt zu haben. Es wirkt zumindest so, und

das hätte er als Journalist auf jeden Fall tun sollen. Natürlich konnte er nicht

wissen, wie das Buch Mick Browns, das er als Hauptquelle zum Thema

konsultierte, entstanden ist: Naomi Levine war seine maßgebliche Quelle der

Information, wie er selbst in den Danksagungen schreibt, und sie stand Akong

Rinpoche nahe, der sehr polemisierend in der Karmapa Kontroverse tätig war.

Insider der englischen Szene, in der sich Levine bewegt, sagten mir, dass sie

Brown sogar ein Manuskript zum Thema gab, das Brown nur noch mit seinen

Interviews ergänzen musste.

Kulle hat sich also nicht ausreichend mit dem Standpunkt der Anhänger

Karmapa Thaye Dorjes befasst. Er hat sicher weder Erik Currens Buch

Buddha’s Not Smiling“ noch Sylvia Wongs Buch „Karmapa Prophecies“

gelesen.

Zum Hintergrund:

Nach dem Tod des 16. Karmapa wurde lange Zeit kein 17.

Karmapa gefunden. Die Regentschaft des 16. Karmapa übernahmen seine vier

Herzenssöhne“ Shamar, Situ, Jamgön Kongtrül und Gyaltsab Rinpoche.

Traditionell ist, wie wir sehen werden Shamarpa die Nummer 2 der Linie, nach

Karmapa und Situ Rinpoche die Nummer drei. Was natürlich nicht heißt, dass

der eine naturgemäß mehr recht hat als der andere. Zumindest für Menschen aus

dem Westen nicht. Schließlich fand Situpa den 17. Karmapa Ugyen Trinle

anhand eines Prophezeiungsbriefes, deren Authentizität Shamarpa bezweifelte,

zumal er mit Hilfe hochrealisierter Meister den 17. Karmapa Thaye Dorje

gefunden hatte. Situpa fand die Unterstützung von Gyaltsab, ob Jamgön

Kongtrül gänzlich überzeugt war, dass der Prophezeiungsbrief authentisch sei,

ist heute umstritten. Zumindest war er bereit, sich an der Suche nach dem im

Brief genannten Kind zu beteiligen. Leider kam er bei einem Autounfall um’s

Leben. Ohne das Wissen Shamarpas wurden nun Vertraute Situpas und

Gyaltsabpas nach Tibet geschickt, die auch einen Nomadenjungen fanden, auf

den die Beschreibung des Prophezeiungsbriefes zutraf.1 (Zahlen verweisen auf Fussnoten am Ende) Situpa kontaktierte den

Situpa hatte den Jungen bereits 1991 bei einem Besuch in Tibet getroffen, aber angeblich nicht als Karmapa

Dalai Lama, dem er erzählte, man hätte die Wiedergeburt des 16. Karmapa

gefunden und die anderen beiden verbliebenen Herzenssöhne seien mit der

Wahl einverstanden – was nicht stimmte, da Shamarpa dies weiterhin nicht

war. Der Dalai Lama gab seine Zustimmung, womit für viele in der tibetischen

Gemeinde ebenso wie im Westen feststand, dass Ugyen Trinle der authentische

Karmapa sei. Allerdings hat, wie wir sehen werden, der Dalai Lama gar keine

Befugnis die Karmapas anzuerkennen, bzw. wenn, dann eine rein politische.

Bereits das Büro seines Vorgängers – wenn nicht der 13. Dalai lama selbst –

anerkannte einen falschen Jungen als 16. Karmapa, der allerdings starb, sodass

der echte 16. Karmapa inthronisiert werden konnte.

Da alles recht verwirrend ist, rate ich erst mal zur Lektüre von:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karmapa-Konflikt

der die Standpunkte der Anhänger beider Karmapas darlegt, sowie

http://materialien-karmapa-kontroverse.weebly.com/chronologie-derereignisse.

html

Nun zum Buch…

Kulle beginnt schon recht früh in dem Buch, Unwahrheiten über den zweiten in

der Hierachie der Krama-Kagyü-Linie, Shamarpa, zu schreiben, den er als

machtbesessenen Menschen sieht:

Er war der einzige der Linie, der sich in früheren Jahrhunderten auch politisch

betätigt hat.

(…)

In den Worten des heutigen Shamarpa: „Die Karmapas betätigten sich

traditionellerweise nicht politisch, daher was es die verantwortung der

Shamarpas, politische Verantwortung zu übernehmen (…) Der Fünfte, Sechste,

Achte und Zehnte Shamarpa betätigten sich politisch!“2 Aber er war bestimmt

nicht der einzige! Beispielsweise schlug der Fünfte Tai Situpa, Gelek Palzang

(1586-1657) dem 1642 aus Tibet vertriebenen und über ein Jahrzehnt später

nach Tsurphu zurückgekehrten 10. Karmapa sogar vor, sich als Chinesischer

Kaiser zu reinkarnieren, um so Unterstützung für die von den Gelukpas

geschwächte Karma-Kagyü Schule zu bieten. Karmapa lehnte ab… Und das ist

nur ein Beispiel unter vielen. Religion und Politik war überall in Tibet stark

verworben. Löbliche Ausnahmen sind die Karmapas sowie große Meister und

Yogis wie jene, die in Tulku Ugyens inspirierendem Buch „Blazing Splendor“

beschrieben sind.

identifiziert (Mick Brown, Dance of 17 Lives). Das wirft die Frage auf: Warum: Schließlich fand Situpa bei seinen

Tibetreisen unzählige Wiedergeburten von Meistern, warum hat er dann die Wiedergeburt seines eigenen Lehrer

nicht erkannt?

Nun zu den Anschuldigungen gegen Sharmapa

Shamarpa war tatsächlich ein Lehrer des Königs von Tsang, weswegen er

manchmal für dessen Angriff auf Lhasa im 17. Jahrhundert mitverantwortlich

gemacht wird. Der 10. Karmapa schreibt in seiner Autobiographie jedoch: „Der

Sechste Shamarpa sagte dem Tsangpa Desi [Herrscher] jedoch: „Sie haben jetzt

genug. Sie sind ein machtvoller Fürst mit so vielen Untertanen, warum greifen

Sie weiterhin die kleinen Vögel an?“ 3

Shamarpa lehnte hier eindeutig die Position des Herrschers ab, und weigerte

sich wegen dessen militanter Politik sogar, nach dessen Tod die Nachtodrituale

durchzuführen.4

Kulle schreibt weiter:

Dem 10. Shamarpa wurde nachgesagt, im Krieg zwischen Tibet und Nepal

Ende des 18. Jahrhunderts die Zentralregierung des Dalai Lama in Lhasa

verraten und die nepalesischen Invasoren unterstützt zu haben. Daraufhin

verbot der Dalai Lama die Inkarnation des Shamarpa und belegte sie mit einem

Bann. (…) Seine politischen Ambitionen und sein ständiger Anspruch auf die

Führungsrolle scheinen zu bestätigen, dass es sich hier um die Reinkarnation

des lange verbotenen Rebellen handelt.“

Hat sich Herr Kulle sich mit Tibetischer Geschichte befasst? Neue Chinesische

und Nepalesische Quellen zeigen, dass die offizielle Geschichtsschreibung der

Gelukpa Regierung, die Kulle wiedergibt, nicht den Tatsachen entspricht. Auch

hier wäre ein Grundlagenstudium ratsam gewesen, das ich absolvierte, um

wenigstens einigermaßen informiert zu sein.

http://tibetische-geschichte.weebly.com/index.html

Die Anschuldigungen werden gemacht um den gegenwärtigen Shamarpa zu

diskreditieren und das Verbot der Inthronisierung seiner Wiedergeburten zu

legitimieren (Tatsächlich hatte die Zentralregierung Tibets schon nicht erlaubt,

den 9. Shamarpa zu inthronisieren.

Der vorherige 11. Situ Rinpoche hatte den 16. Karmapa gefunden und

inthronisiert und war dessen wichtigster Lehrer. “

Richtig wäre zu sagen „einer seiner wichtigsten Lehrer.“ Der 16. Karmapa sagte

klar, dass Situpa und Jamgön Kongtrül II seine Wurzellamas, also seine

3 Autobiography of the 10th Karmapa: The Biography of the Bodhisattva The Bountiful Cow, from

The Collection of the Writings of the Tenth Karmapa Choying Dorje, Vol 1 163-167, Szechuan

Publication Committee in China Szechuan publication. zit. nach Sylvia Wong Karmapa Prophecies,

S. 113.

Ebenda.

wichtigsten Lehrer waren. Darüber hinaus waren Beru Khyentse II und Bo

Gongkar sehr bedeutende Lehrer für ihn. Gefunden wurde er auf Grundlage

eines Briefes, den der 15. Karmapa seinem Diener gegeben hatte. Diesen Brief

entzifferte Beru Khyentse II , da er codiert war. Situpa hatte einen Traum, der

auch auf den Geburtsort Karmapas deutete. Nebenbei sei bemerkt, dass die

Gelukpa dominierte Zentralregierung einen anderen Karmapa bestimmte, da der

Prophezeiungsbrief lange nicht auffindbar war. Auch als Karmapa XVI.

gefunden war, wollten sie die Entscheidung nicht revideieren, und gaben erst

dann nach, als ihr Kandidat für den Thron tödlich verunglückte… (Siehe Tulku

Ugyen Rinpoche: Blazing Splendor)

Kulle schreibt über die Gyaltsab Rinpoches, einer der Vier „Herzenssöhne“

oder Regenten:

Seine Vorgänger übernahmen traditionell die Rolle des Regenten, wenn ein

Karmapa entweder gerade verstorben oder noch zu jung war.“

Gyaltsab bedeutet im Tibetischen Regent. Das ist richtig. Er war Regent in

Tsurphu, wenn Karmapa nicht da war, also nicht zwingend Regent der Linie.

Der vorherige Gyaltsab hatte gegen Karmapa geklagt, weswegen er in der

Rangordnung der Regenten auf Platz 4, degradiert wurde.

Wieder über Shamarpa schreibt Kulle:

Da die anderen drei Linienhalter eher spirituellen Aktivitäten zugeneigt waren,

führte er die Geschäfte in Rumtek weitgehend eigenständig.“

Das ist eine starke Wertung! Er hatte damals keine eigenen Projekte und nicht

mal ein eigenes Kloster. Welchen nicht-spirituellen Aktivitäten war er

zugeneigt?

Nur ein Jahr nach dem Tod des 16. Karmapa und der Einührung der

Regentschaft per Rotation verstarb der alte Generalsekretär, der dem Karrnapa

schon in Tibet gedient hatte, unter mysteriösen Umständen auf einer Reise in

Bhutan.“

Die Umstände waren in keiner Weise mysteriös, wie ich persönlich von seinem

Neffen erfuhr. Nur Namgyal, der später selber Generalsekretär wurde,

verbreitete diese Gerüchte und unterstellte Topga Rinpoche, ihn ermordet zu

haben.

Seine Nachfolge regelte der Shamarpa ziemlich eigenmächtig und in seinem

eigenen Sinne. Als neuen Generalsekretär ernannte er seinen Cousin Topga

Rinpoche, ebenfalls ein Neffe des verstorbenen Karmapa.“

Es war der 16. Karmapa selbst, der ihn bereits 1968 zum Nachfolger Damchö

Yongdus ernannt hatte.

Topga Rinpoche hatte den Zorn des 16. Karrnapa auf sich gezogen, als er die

Mönchsroben abgelegt und eine bhutanesische Prinzessin geheiratet hatte.

Jahrelang wollte ihn der Karrnapa nicht sehen, bis schließlich die enge

spirituelle Verbindung zum bhutanesischen Königshaus den Zwist schlichtete.“

Wer hat ihnen denn das gesagt, selbst Mick Brown sagt in seinem Buch, das

sich wie gesagt zu einem großen Teil auf Informationen einer Vertrauten

Situpas, Naomi Levine stützt, dass Karmapa ihm bald verziehen habe.

Topga Rinpoche lebte als Geschäftsmann in Bhutan und erfüllte dort

hauptsächlich repräsentative Funktionen. Seine hervorragenden Verbindungen

zur indischen Regierung und zum politischen Establishment in Delhi

vermittelte er weiter an den Shamarpa, der von diesen Verbindungen bis zum

heutigen Tage profitiert.“

Übrigens: Topga Rinpoche war ein hervorragender Lehrer, das schreibt Kulle

nicht.

Nach der Ernennung Topga Rinpoches zum Generalsekretär arbeiteten die

beiden besonders eng zusammen und gaben die Regentschaft über das Kloster

Rumtek nicht mehr ab. Das Rotationsprinzip wurde außer Kraft gesetzt.“

Das Rotationsprinzip wurde außer Kraft gesetzt, nachdem die übrigen drei

Herzenssöhne ein Strafverfahren gegen Shamarpa einleiteten, weil er angeblich

das KIBI in Delhi an sich reißen wollte. Da die Anklage unhaltbar war, wurde

das Verfahren gar nicht erst eröffnet: Das Land auf dem das KIBI errichtet war,

war gar keine Schenkung, sondern eindeutig eine Leihgabe an die Karmapas.

Shamarpa verlor das Vertrauen in die anderen Rinpoches, sagte er. Shamar

Rinpoche fand nach seiner Darstellung mit dem Vorschlag, diese Rotation

aufzuheben: Anil Maheshwari, Journalist der Hindu Times:

Jamgon Kongtrul und Gyaltshab Rinpoches beschlossen (…) die

entsprechende Erklärung zu unterzeichnen. Auf diese Weise endete bereits nach

wenigen Jahren die Führung der Linie durch die Gruppe.“

Das Rotationsprinzip war nicht die Idee des 16. Karmapa, wohlgemerkt, und

traditionell ist ja Shamarpa legitimerweise die Nr. 2 der Linie, das hat auch der

hohe Gelukpa Lama Dhagpo Rinpoche klar gemacht – und nebenbei bemerkt

auch Karmapa Ugyen Trinle:

Der Zweite Karmapa, Karma Pakshi, sagte voraus, dass etwa hundert Jahre

später er zwei Wiedergeburten haben würde, die die gleiche Verwirklichung und

Entsagung hätten, auch wenn man sie als Lehrer und Schüler beschriebe. Der

eine von ihnen trage die schwarze, der andere die rote Krone.“5

Nebenbeibemerkt: All die Anschuldigungen gegen den Shamarpa dienen wie

gesagt dazu, ihn zu diskreditieren und seine Entscheidung für Thaye Dorje als

Karmapa in Frage zu stellen. Seine Handlungen in früheren Inkarnationen habe

doch zur Genüge gezeigt, dass seine Handlungen politisch und noch schlimmer,

aus Machtgier motiviert seien. Ich werde aus Respekt für die Anhänger SH des

Dalai Lama nicht die Worte des Fünften Dalai Lama wiederholen, der zu

kriegerischen Handlungen gegen diejenigen aufrief, die in der südtibetischen

Provinz Kongpo eine Rebellion gegen die Besetzung seitens der Gelukpas und

der Mongolen angezettelt hatten. Die Mongolen hatten eine Politik der

verbrannten Erde angewandt und so hatte sich die Wut der betroffenen

Bevölkerung in einer Rebellion entladen. Der Hang zu Politik des Dalai Lama –

zumal es seine Rolle ist – wird von den Anhängern Karmapa Ugyen Trinles nie

in Betracht gezogen…

Bis dahin hatte jeder Karmapa einen Hinweis hinterlassen, und es stand für die

Bereiligtcn

außer Zweifel, dass auch der 16. Karrnapa seine nächste Inkarnation

angekündigt hatte.“

Auch das stimmt nicht: Sieben Karmapas hinterließen schriftliche, vier

mündliche und die übrigen keine Hinweise auf ihre nächste Geburt. Siehe:

Auszug der Rede von Khenpo Tschödrag Rinpoche auf der Internationalen

Karma-Kagyü-Konferenz 28. März 1996, Buddhismus Heute Nr. 20, 1996.

1991 hatte Situpa Apo Gaga getroffen. Und nicht erkannt. Das erstaunt Kulle,

aber hat er sich überlegt, warum Situpa später behauptet, dass er „Im Jahr 1990

(…) eine wichtige Entdeckung [gemacht habe, nämlich], das Schutzamulett, auf

dem „in roter Tinte stand geschrieben, dass der Brief im Jahr des Metallpferdes.

also 1991, zu öffnen sei.“ Die Frage sollte man sich stellen, ob Situpa das nicht

behauptet, um zu verschleiern, dass er den Brief erst nach dem

Zusammentreffen mit Apo Gaga geschrieben hat.

Er war sich »zu neunzig Prozent sicher, dass der Umschlag den

Vorhersagebrief des Karmapa enthielt«.” Sagte aber niemand Bescheid. Das

scheint Kulle nicht weiter zu erstaunen. Ihn wundert nur, dass Shamarpa

niemandem von Thaye Dorje erzählte…

Erst im März des Jahres 1992 präsentierte Situ Rinpoche den drei anderen

Linienhaltern bei einem Treffen im Kloster Rumtek den Prophezeiungsbrief,

den er 1990 gefunden hatte.

http://de.scribd.com/doc/90885900/Karmapa-17-Vajradhara-Lineage-Prayer-Teachings-Monlam-2012

»Als ich ihnen den Brief zeigte, war Gyaltsab Rinpoche sehr glücklich«, sagte

Situ Rinpoche im Interview. »Aber Shamar Rinpoche zeigte Zeichen von

Unzufriedenheit. Ich war zutiefst schockiert. Das war das erste Mal, dass er sich

so verhielt. Aber später, als wir alles besprochen hatten, alle Details, zeigte er

weder Widerspruch noch Uneinigkeit.«

Der Shamarpa hatte den Brief als Erster begutachtet und sofort daran Anstoß

genommen:

Nach seinen eigenen Darstellungen zweifelte er die Echtheit des Briefes an,

weil die Schrift des Briefes nicht der Handschrift des 16. Karmapa ähnelte. Er

vermutete eine Fälschung und einen Komplott der drei anderen Linienhalter

und ging davon aus, dass man insgeheim schon einen Jungen gefunden habe

und diesen Brief nun zur Legitimation missbrauche. Laut seiner Darstellung

habe er sofort eine forensische Untersuchung der Handschrift und der

Unterschrift geforderr, die von den drei anderen abgelehnt worden seien, weil

man in dem Brief die Handschrift des 16. Karmapa er kannt habe.

Diese Auseinandersetzung, von der nur der Shamarpa berichtet, hat die vier

aber offenbar nicht davon abgehalten, sich schnell an die Deutung der Zeilen zu

begeben, denn die Hinweise waren wie

Nach einem ganzen Tag harter Arbeit kamen alle vier Linienhalter einmütig zur

gleichen inhaltlichen Deucung des Briefes.“

Das ist mir gänzlich neu, dass Shamarpa die Zeilen mitgedeutet hat, welche

Quelle führt Kulle dafür an? Er nennt sie nicht…

In den folgenden Tagen begab sich Situ Rinpoche nach Dharamsala, um den

Dalai Lama über das Prophezeiungsschreiben zu informieren. Dabei berichtete

er Seiner Heiligkeit auch von der Diskussion unter den vier Linienhaltern. die

dadurch entstanden war, dass der Shamarpa die Echtheit des Dokuments

anzweifelte.“

Meines Wissens entschied der Dalai Lama aufgrund der vorgetäuschten

Einigkeit der drei Regenten. (Jamgön Kongtrül war zu diesem Zeitpunkt bereits

tot). Wie Kulle richtig schreibt, bestätigte der Dalai Lama Karmapa Ugyen

Trinle aufgrund eines Traumes, den er hatte.

Bezüglich des Traums scheint niemandem aufzufallen, dass er auf 50% der

Täler in Tibet zutrifft: SH Der Dalai Lama: »Ich hatte eine Art Traum von dem

Ort, an dem der Karmapa wiedergeboren würde. Ein Tal, in dem Gestein und

Gras aussahen wie im Hochland. Es war nach Süden ausgerichtet, mit kleinen,

wunderschönen Flüssen. Das war das wesentliche Bild. Dann war da jemand,

der sagte zu mir: Das ist der Ort, an dem der Karrnapa geboren wurde.“

Kulle berichtet von den Ereignissen in Rumtek 1992/1993. Wie wir in der

Einleitung gesehen hatte, hätte Jamgön Kongtrül Karmapa suchen sollen, aber

er verstarb. Da Situpa und Gyaltsapa die Suche ohne Shamarpas Wissen

durchführten, verkündete dieser nun auch öffentlich seine Zweifel an der

Authenzität des Vorhersagebriefes:

Er berichtete der ungläubig staunenden Menge vom Treffen der vier

Linienhalter, bei dem Situ Rinpoche den Prophezeiungsbrief vorgelegt habe,

und er machte deutlich, dass er von Anfang an Zweifel an dessen Echtheit

geäußert habe. Dem verstorbenen Jamgön Rinpoche unterstellte er, dass auch er

zu zweifeln begonnen hatte. Bei dem Schriftstück. das die vier Linienhalter bei

ihrem ersten Treffen 1986 in ihrer Not in den Reliquienbehälter gelegt hatten,

soll der eigentliche und erste Brief des 16. Karmapa gewesen sein. Man habe

ihn aber nicht entschlüsseln können.“

Ich habe zwar von den beiden erfundenen äußeren und inneren Briefen gehört,

aber nie davon, dass sich Shamarpa noch 1992 auf diese bezog, habt Kulle

unabhängige Zeugen oder Quellen dafür?

Für Westler stellte sich die Frage anders: Können Bodhisattvas, also

erleuchtete Wesen, lügen? War all das, was sie im Buddhismus als

Gegenentwurf zu ihrer eigenen Welt zu finden glaubten, nun in Frage gestellt?

Die einst vermutete Einigkeit zwischen den Linienhaltern war einem traurigen

Spiel von Anschuldigung und Manipulation gewichen.“

Kulle haben recht, die Einigkeit war vermutet, denn seit dem Gerichtsverfahren,

das auf Initiative Lea Terhunes 1983 von Jamgön, Situ und Gyaltsab Rinpoche

eingeleitet wurde, gab es diese nicht mehr, die Einigkeit… Herr Kulle ist neu im

Buddhismus und zweifelsohne überrascht, dass selbst hohe Meister lügen, dass

sich die Balken biegen. Aber Tibet hat eben neben einem unglaublichen

spirituellen Reichtum auch eine starke Vermengung von Politik und Religion

mit sich gebracht – und dass in der Politik gelogen wird, das wundert niemand.

Und dass die Vatikanbank Übles tat, ist ja inzwischen auch bekannt. Warum

sollte es in Tibet besser sein? In Samsara gibt es kein Nirvana!

Die Soldaten des Shamarpa… Kulle schreibt weiter über den Sommer 1992,

indem sich die Ereignisse nun zuspitzten. Eines Tages kam Shamarpa mit

Militäreskorte ins Kloster Rumtek – was verständlicherweise viele schockierte.

Den Grund sehen wir unten. Kulle:

Ein Militärjeep pflügte hupend durch die Menschenmenge und kam vor den

Tempelstufen zum Stehen. Augenzeugen erinnern sich, dass ein indischer

Soldat den Wagen lenkte. Vom Rücksitz ragten die Gewehre zweier weiterer

Militärs in Uniform. Auf dem Beifahrersitz saß der Shamarpa. Ein Lkw der

indischen Streitkräfte war dem Jeep gefolgt. Von seiner Ladefläche sprangen

Soldaten mit Gewehren im Anschlag. Der Shamarpa kletterte wie ein Feldherr

vom Jeep und stürzte mir den Uniformierten in den Tempel; vorbei an den

völlig verstörten Rinpoches. Die Mönche ver suchten sie daran zu hindern, das

Kloster mit Waffen zu stürmen. Die einheimischen Laienanhänger verteidigten

ihr Kloster mit Stöcken gegen die eindringenden Soldaten. Doch vergebens.“

Ich weiß nicht auf welche Zeugenaussagen Kulle sich stützt, und die würden

mich sehr interessieren! Ich kenne nur die Folgende:

Als Shamar Rinpoche ankam, folgte ihm ein Jeep [also kein Lastwagen, d.h.

Etwa 5 Soldaten und nicht 20-30] mit Soldaten der indischen Armee. Niemand

wollte die indische Armee hier haben und schon gar nicht im Kloster.

Augenblicklich gab es einen Tumult, die zwei Rinpoches sprangen auf und alle

drei Rinpoches verschwanden hinter der großen Eingangstür zum Tempel, die

schnell geschlossen wurde. Alle Leute waren aufgeregt, und es entstand ein

Gerangel. Die ganze Anspannung und unterschwellige Aggression der letzten

Tage schien sich plötzlich zu entladen. Die Soldaten und die Polizisten

versuchten die Masse zu beruhigen. Wir sahen, wie ein Mann am Eingang des

Klosters mit Steinen und einem Stock auf Karmapas Diener, Lama Tsültrim

Namgyal,6 einschlug. Da war es um die Fassung von vielen von uns geschehen.

Einige weinten und schluchzten laut, jeder rannte in eine andere Richtung. Die

Mönche, Tibeter und die Gäste waren auf die Sandhaufen der Klosterbaustelle

zurückgewichen. Viele standen stumm oder sagten Mantras.“7

Kulle schreibt weiter:

Später erklärte der Shamarpa lapidar, die Militäreskorte habe ihm die

sikkimesische Regierung zu seiner eigenen Sicherheit zur Seite gestellt.“

Ob dies lapidar war oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber die Zeug/inn/en,

die mir teils persönlich bekannt sind, beschreiben:

Wir alle blieben wie im Schock zurück und im Laufe der nächsten Tage

erfuhren wir Stück für Stück die Hintergründe dieses Geschehens: Die indische

Regierung in Delhi hatte eine ernst zu nehmende Warnung erhalten, daß viele

Khampas von diesem »Derge Kommitee« in Kathmandu nach Rumtek

unterwegs waren, um gewaltsam durchzusetzen, daß alle Situ Rinpoches Brief

Lama Tsültrim Namgyal war jener, der dem 16. Karmapa bei den Kronzeremonien stets die Schwarze Krone

reichte. Er war sein persönlicher Diener.

7 Bericht über Ereignisse in Rumtek im Juni 1992 Von Andrea Boy, Sys Leube und Gunda Koehn

http://www.buddhismus-heute.de/archive.issue__9.position__2.print__1.de.html

über die Inkarnation von Karmapa anerkennen. Sie erfuhren, daß es eine große

Gefahr für das Kloster und Shamar Rinpoches Leben gäbe. Einer Sekretärin

war der Fehler unterlaufen, den General statt den Polizeichef zu alarmieren.

Deshalb wurde sofort die indische Armee nach Rumtek geschickt, wo sie das

Kloster, die Shedra (Klosteruniversität), das Dorf und Shamar Rinpoches Haus

bewachten. Sie hatten die Order, Shamar Rinpoche überall hin zu begleiten. Als

sie im Kloster waren, haben sich die drei Rinpoches gar nicht getroffen, weil

Situ Rinpoche und Gyaltsab Rinpoche sich in einem Zimmer eingeschlossen

hatten.“8

Die Soldaten blieben jedoch, und seit diesem Tag ist ihre Präsenz im Kloster

Rumtek traurige Wirklichkeit.“

Die Fünf Soldaten blieben? Die Militärpräsenz ist heute weit höher! Und

angeblich hatte Shamarpa mit dieser miltärischen Übermacht sich ja des

Klosters bemächtigen wollen – die heutigen Soldaten sind aber dazu da den

Status Quo zu schützen – die Mönche Shamarpas wurden aus dem Kloster

vertrieben, heute ist es von Mönchen, die Situpa und Gyaltsabpa nahe stehen,

bewohnt.

Als am 15. Juni aus Tsurphu die Nachricht von der Ankunft des Karmapa

eintraf, blieben einige Mönche den angesetzten Freudenzeremonien fern.“

Naja, Kulle beschreiben ja auch nicht, was sonst so vor sich ging. Diese

Minderheit“ von der Kulle schreiben, 60 Mönche und Nonnen, wurde

gewaltsam aus dem Kloster vertrieben und mussten in Shamarpas Privathaus

jahrelang bivakieren.

Am Nachmittag des gleichen Tages offerierte er dem Dalai Lama die

Geschichte von der ominösen unbekannten Person, die vom 16. Karmapa die

echten Instruktionen zur Auffindung der Reinkarnation erhalten habe.“

Kulle beziehen sich sicherlich auf den „hohen Gelukpa Lama“, der Shamarpa

als Informant bezüglich der Auffindung Karmapa Thaye Dorjes gedient haben

soll und dessen Identität Shamarpa bis heute tatsächlich seltsamerweise noch

nicht preisgegeben hat. Aber dieser Lama war nicht die einzige wichtige Quelle

für Shamarpas Informationen. In die Auffindung des 17. Karmapa Thaye Dorje

war kein Geringerer als der Lehrer von SH Sakya Trizin Rinpoche, Chobkye Tri

Rinpoche, involviert. Lama Jampa Thaye, der ein Sakya- und Kagyü Lama ist

und der sich erst seit Kurzem öffentlich zu Karmapa Thaye Dorje bekennt und

mit seinem kleinen Zentrum in keine Politik verwickelt ist, sagte mir vor ein

Ebenda

paar Wochen, dass Tri Rinpoche ihm schon 1989 sagte, dass er Karmapa (Thaye

Dorje) gefunden habe. Jampa Thaye: „Daher hatte ich, als die Kontroverseauftauchte, nie Zweifel“ Ähnliches wusste die Anwesenden zu berichten, als

Chobye Tri Rinpoche im Jahr 2000 mit Karmapa Thaye Dorje zusammentraf:

Er sprach ihn begeistert mit „Karmapakshi an, und berichtete von den vielen

guten zeichen, die er auf der Reise zu diesem Karmapa wahrgenommen habe.

Er hatte kurz zuvor in Daramsala auf Wunsch des Dalai lama Karmapa Ugyen

Trinle getroffen, und bei dieser Begegnung hatte es nicht so positive Omen.

Kulle schreibt ganz richtig, dass Shamarpa kurzzeitig Ugyen Trinley als

Karmapa akzeptiert habe und eine diesbezügliche Erklärung verfasste.

Wer daran geglaubt und gehofft hatte, dass die Erklärung des Shamarpa vier

Wochen zuvor der letzte Akt in einem traurigen Schauspiel gewesen war. sah

sich getäuscht. Seine Anerkennung des Prophezeiungsbriefes und damit auch

der Inkarnation des Karmapa wäre ein zu schönes und vielleicht auch ein zu

einfaches Happyend gewesen.“

Warum sollte er auch. Er hatte einfach einen Karmapa gefunden, von dem er

überzeugt war! Merken Kulle wie Kulle unhinterfragt die Sichtweise des einen

Lagers übernehmen, die, wie ich schon oft bemerken konnte, die des anderen

einfach lächerlich macht. (Das gilt für beide Lager).

Wo ist da der Buddhistische Grundsatz, seinen eigenen Standpunkt permanent

zu hinterfragen? Im Christentum dürfte die Ethik nicht viel anders sein…

Sein zuvor deklariertes »vollstes Vertrauen« in Situ Rinpoche und den Dalai

Lama degradierte er zu einem “Sich verlassen- auf ihre Aussagen. Damit ließ er

sich eine Hintertür offen, die Verlässlichkeit später anzweifeln zu können.“

Er hatte ihnen schlicht nie vertraut. Diese oben genannte Erklärung, die

zustimmung zu Ugyen Trinle, erfolgte auf das Einwirken Tulku Ugyen

Rinpoches hin („Die beiden Karmapas sind mir teuer wie meine Augäpfel“), der

sich berechtigterweise um den Frieden in der tibetischen Exilgemeinsaçhaft

sorgte. Auf dessen Einwirken hin anerkannte Shamarpa kurzzeitig KarmapaUgyen Trinley, allerdings nicht lange, weil es einfach nicht seiner Überzeugung

entsprach.

Der Shamarpa wusste vermutlich, dass selbst in den hoch entwickelten

Industrieländern ein forensischer Echtheitstest des handschriftlichen Briefes

nicht so einfach war.“

Woher nimmt Kulle diese Unterstellung, woher soll Shamarpa das denn wissen?

Ich lebe seit 47 Jahren in einem solchen Land, habe studiert und lebe erst seit

10 Jahren ein meditativeres Leben, aber bis zu meinen Nachforschungen (s.u.)

hatte ich nicht den leisesten Schimmer von solchen Dingen. Kulle erwartet das

aber von Shamarpa, der zwar recht modern ist, aber sich für solche Dinge sicher

nie interessiert hat.

Ein solcher Test hatte nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn der Forensiker der

tibetischen Sprache und Schriftsprache mächtig war und wenn genügend

Vergleichsstücke zur Verfügung standen, die in vergleichbaren Situationen

verfasst wurden.“

Ich hab’s ausprobiert, „handwriting examen“ in Google eingegeben und die

kalifornische Expertin kontaktiert, die bei den Suchergebnissen ganz oben stand

und gefragt, ob sie einen tibetischen Text analysieren könne. Sie antwortete:

Ich habe gerade eine Expertise eines Textes in Mandarin-Chinesisch gemacht,

schicken Sie mir doch Kopien, dann kann ich ihnen sagen, ob ich das

hinbekomme.“ Ich wollte ihre und meine Zeit nicht unnötig strapazieren, da

solche Tests ja nur mit Originalen durchgeführt werden können und das

Original des Briefes ist ja in Rumtek unter Verschluss. Aber wenn schon ein

erster Versuch so positiv beantwortet ist, kann es mit etwas Mühe nicht schwer

sein, den passenden Experten zu finden. Wo ist hier die journalistische Sorgfalt?

Auch hier hat Kulle Mick Browns Statement, das ich auch auf einer Situpa

nahen website fand, unhinterfragt übernommen. Ein paar Mails an solche

Experten hätten auch ihm gezeigt, dass forensische Untersuchungen der

Tibetischen Handschrift sehr wohl möglich sind!

Nach dem Tod des 16. Karmapa konnte man nicht mehr ergründen, in

welchem Zustand – vielleicht der Krankheit oder auch der Meditation – er das

Gedicht niedergeschrieben hatte. Ein sicheres Ergebnis war nicht möglich.

Dennoch wollte der Shamarpa Zweifel säen.“

Wie will man mit wissenschaftlichen Untersuchungen Zweifel säen? Der

Schriftexperte hätte sehr wohl als Profi sagen können, ob er dazu was sagen

kann – wie die Expertin, die ich kontaktierte. Und dann hat der Brief ja auch

noch eine waschechte Unterschrift. Sie ist zwar von Karmapas Siegel verdeckt

und das gibt es in keinem anderen der Briefe Karmapas – aber sie ist

keinesfalls krakelig oder wie auch immer. Wenn Unterschriften der

Wahrheitsfindung nicht dienten, wozu unterzeichnet man dann Dokumente?

Auch hier unterstellt Kulle einfach mal wieder Shamarpa, er hätte

an die Nichtbuddhisten im Westen, an die Geistes- und Naturwissenschaftler

und nicht zuletzt an die Journalisten, für die eine Vorhersage der eigenen

Wiedergeburt schon aus rein rationalen Gesichtspunkten undenkbar erscheint“

gedacht. Woran hat Situpa gedacht, als er die forensische Untersuchung

ablehnte? Eventuell daran, dass herauskommen könnte, dass der Brief nicht

authentisch ist? Ich weiß es nicht, aber warum folgt Kulle Situpas Sicht und

stellt sie kaum in Frage, während er Shamarpa alles Mögliche uns leider auch

recht Unmögliche unterstellt?

Aber was könnte die wahre Motivation des Shamarpa sein, den in Tibet

geborenen und auch von der chinesischen Regierung als 17. Kannapa

anerkannten Jungen abzulehnen? Der Shamarpa selbst war in Tibet seit über

200 Jahren nicht mehr öffentlich aktiv gewesen und hatte seine Klöster und

Anhänger eingebüßt. Er haue also keinerlei Interesse an einem Karrnapa, der

seine Aktivität in Tibet entfaltet. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Karmapa

unter der Kontrolle der Chinesen seinem eigenen Machtanspruch und seiner

Einflussnahme entgleiten würde. Und nicht zuletzt war der rangälteste

Linienhalter vermutlich zutiefst getroffen und ge kränkt, dass der l6. Karmapa

den Prophezeiungsbrief nicht ihm, seinem Neffen, hinterlassen harte.“

Was könnte denn die Motivation Situpas sein? Nehmen wir einmal an,

Shamarpa hätte seine Gründe für seine Einwände. Und er ist ja auch die

Nummer 2 in der Linie. Situpa hat gerade seine Stellung als Nummer 2 in der

Linie eingebüßt und daher diesen Verlust nicht einfach so hinnehmen wollen.

Warum stellt Kulle diese Art von Fragen nicht? Mr. Gyan Gyoti, ein Freund des

16. Karmapa, der ihn als Trustee seines Charitable Trust einsetzte, schreibt

genau dies, dass Situpa eifersüchtig war. Ich kann es nicht nachprüfen, aber Ihre

Darstellung ist erneut absolut einseitig. Apropos Trustee… Einerseits bauen alle

Anhänger der Karmapas auf Prophezeiungen und die vorausschauende Weisheit

der großen Meister, die sie nur verschieden interpretieren, oder auch mal falsch

übersetzen (siehe Michelle Martins Übersetzung der Prophezeiung des Fünften

Karmapa). Für die weltliche Exekutive des Trusts, der für die Verwaltung

Rumteks in Abwesenheit des Karmapa verantwortlich ist, hat der 16. Karmapa

nur Anhänger Karmapa Thaye Dorjes ausgewählt. Ist das Zufall? Zumindest ist

es der Grund, dass das Kloster Rumtek in der Gerichtsentscheidung 2003, die

noch nicht ratifiziert ist, den Anhängern dieses Karmapas zugesprochen wurde.

Wer geglaubt hatte, der Shamarpa würde sich in sein Schicksal ergeben und

zurücknehmen, was er jemals gegen den Karmapa und seine Anerkennung

vorgebracht hatte, sah sich am 26. Januar 1994 wieder einmal getäuscht.“ (…)

Der Shamarpa präsentierte nun tatsächlich einen Jungen der angeblich ein paar

Wochen zuvor in Tibet gefunden und sofort nach Indien gebracht worden war.

Es hieß, der zehnjährige Junge namens Tenzin Khyentse halte sich in der Obhut

des Shamarpa an einem geheimen Ort auf. Einen Monat später sollte ein

ausgewahltes Publikum den Aspiranten auf den Karmapa- Titel zum ersten Mal

zu Gesicht bekommen. (…)

Ich sah ein desorientiertes, verängstigtes und bemitleidenswertes Kind, dasoffensichrlich der Öffentlichkeit vorgeführt wurde.“ Teilnehmer der

Veranstaltung schrieben in einem Brief, der schnell Verbreitung fand: »Er war

verwirrt.«

Gut, er war gerade geflüchtet, kam das erste mal nach Indien und ist etwas

verwirrt… Wo ist das Problem? Allerdings wurde er nicht ein paar Wochen

vorher erst gefunden, das ist weit von der Realität entfernt, wie ich schon

schrieb war er bereits 1989 bekannt, und in Tibet schon früher, wie mir ein

Tibeter, der in Kham aufwuchs und 1992 flüchtete erzählte: Aus ganz Tibet

kamen Menschen nach Lhasa, um ihn zu sehen.

Indische Polizei hatte sich vor dem Tempel postiert, um die

Inhronisierungszeremonie vor Protesten zu schützen. Drinnen hatten sich die

Getreuen des Shamarpa eingefunden, um einen Jungen zum Karmapa zu

machen, der keinerlei offizielle und öffentliche Anerkennung erhalten hatte.“

Erst einmal: Die Inthronisation wurde von Situpa Anhängern gestört. Sie

warfen Steine gegen die Fenster des Tempels. Viel Polizei kann es nicht

gewesen sein, sonst hätte sie das verhindert. Das ist alles auf Video

dokumentiert9.

Keine Anerkennung? Bereits oben habe ich geschrieben, was auch Karmapa

Ugyen Trinle nicht in Frage stellt: dass Shamarpa die Nummer 2 der Linie ist.

Er ist traditionell befugt, einen Karmapa einzusetzen. Das System der Rotation

beruft sich auf keine jemals vorher übliche Praxis bei den Kagyüpa. Auch die

Anerkennung seitens des Dalai Lama ist für den Karmapa in spiritueller

Hinsicht unerheblich, es ist eine rein politische Praxis, die eingeführt wurde, die

Zentralmacht der Gelukpas in Tibet zu stärken.10

Dafür war aber eine finanzkräftige Gruppe von Unterstützern um den Dänen

Ole Nydal beigesprungen. Der selbsternannte Lama hatte in der Zwischenzeitviele westliche Zentren, die unter seiner Ägide gegründet worden waren, von

der eigentlichen Karma-Kagyü-Linie abgespalten und seinen eigenen Zwecken

zugeführt.“

9 http://www.youtube.com/watch?v=AeiiR9s0ubo&list=PLA7FC64EF474DBFD0 Ich empfehle allerdings die beiden

erten Folgen des Clips zuerst zu sehen… man muss ja nicht nur die negativen Seiten betrachten:

http://www.youtube.com/watch?v=b3j0KGBsBfk&list=PLA7FC64EF474DBFD0

10 http://de.scribd.com/doc/182303884/Affirm-Geoffrey-Samuel

Sehen Sie auch Geschichte des Kagyü-Geluk-Konfliktes in Tibet http://tibetische-geschichte.weebly.com/

Er ist nicht selbsternannt. Der 16. Karmapa setzte großes Vertrauen in ihn.

Shamarpa machte ihn zum Lama. Und er ist voll in den Teil der Karma-Kagyü

Schule integriert, der Karmapa Thaye Dorje vorsteht.

Nach der Inthronisation wurde Thaye Dorje zur Ausbildung ” nach Kalimpong

in Nordindien gebracht und lebte dort in einem Haus, das zum Besitz des

Shamarpa gehörte.“

Das Haus gehörte dem Vertrauten des 16. Karmapa, Mr. Jyoti.

1986 wollte er zum ersten Mal von diesem Jungen gehört haben, der im

Kleinkindalter von sich be hauptet haben soll, der Karmapa zu sein. Seitdem

habe er seine Identität erforscht.“

Hat Kulle oben nicht geschrieben, er habe den Jungen „zwei Wochen vorher

gefunden“? Und das ist auch ein interessantes Detail: Er hat allen angaben nach

tatsächlich, wie alle früheren Karmapas, sich schon als solchen zu erkennen

gegeben. In Gesar Mukpos Film „Tulku“ sagt Karmapa Ugyen Trinle, dass er

dies nicht getanhabe und auch keiner seiner Familienangehörigen sich an so

etwas erinnerten.

Warum hatte er daraus dann aber ein Geheimnis gemacht, als er in den 1980er

Jahren gemeinsam mit den anderen Linienhaltern verzweifelt nach dem

Prophezeiungsbrief suchte?“

Man kann sich vorstellen, unter welcher Gefahr der Junge in Tibet stand, denn

die Chinesen überwachten das Kind damals bereits. Das ist nicht wie hier im

Westen, den Panchen Lama haben die Chinesen ja schon beiseite geschafft ich

weiß nicht ob er schon tot ist oder noch immer in Peking unter Hausarrest

steht…

Schade eigentlich, an dieser Stelle hörte ich mit der Lektüre des Buches auf, es

war mir einfach zu einseitig. Mir liegt es nicht daran, „meinen“ Karmapa zu

featuren und ich bin kein Anhänger Shamarpas. Mein Lama war Gendün

Rinpoche, der zwar niemand ermutigte politisch Stellung in der „Kontroverse“

zu beziehen, da „alle kontroversen Meinungen emotional sind.“ (Er ließ

dennoch ein Bild Karmapa Thaye Dorjes in den Tempel hängen und hatte es

neben seinem Meditationsplatz).

Ich habe hier Standpunkte der Anhänger Karmapa Thaye Dorjes dargelegt, sie

entbehren der Ausgewogenheit, weil sie eine Antwort auf Kulles Buch sind, der

die Sichtweise der Anhänger Karmapa Ugyen Trinles darlegt. In einem Buch –

und noch dazu in einem Buch über einen großen Meister und nicht in einem

politischen Pamphlet hätte ich ausgewogeneres geschrieben und zumindest die

eigenen Angaben überprüft, statt sie von Mick Brown einfach so zu

übernehmen, der sie wiederum von Naomi Levine hat, die Karmapa Ugyen

Trinle sehr nahe steht.

Ich habe irgendwann aufgegeben, habe das Buch nicht fertig gelesen, es war

mir einfach zu einseitig. Dafür habe ich aber für meine bevorstehende

Indienreise neben einem Besuch bei Karmapa Thaye Dorje bereits eine Audienz

bei Karmapa Ugyen Trinle erbeten…

Nun aber wieder zu wichtigeren Dingen als dieser Politik!

Mögen wir uns stets auf die buddhistischen Grundätze besinnen!

Yeshe Kün

websites:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karmapa-Konflikt

Die Meinung der Anhänger Karmapa Ugyen Trinles findet sich in den Büchern

Mick Browns, Lea Terhunes (Politics of Reincarnation).

Browns Buch habe ich unter

http://tanz-von-17-leben-rezension.weebly.com/

rezensiert.

Die Meinung der Anhänger Karmapa Thaye Dorje sind ausführlich zu lesen in

einem 150-Seitigen Dokument zum Herunterladen:

http://de.scribd.com/doc/61153247/Karmapa-Controversy

Shamarpas Seite: karmapa-issue.org

verschiedene Texte: https://karmapaissue.wordpress.com/

https://karmapaissue.wordpress.com/mick-brown-tanz-von-17-leben-dieunglaubliche-

wahre-geschichte-von-tibets-17-karmapa-sequoyah-verlag/

die Bücher Sylvia Wong „Karmapa Prophecies“ und Erik Curren „Buddha

doesn’t smile“ sind bei scribd zu finden, ich rate aber das Copyright zu wahren

und sie zu kaufen.

Rezension:Stephan Kulle: Karmapa – der neue Stern von TibetIch habe mir vor ein paar Tagen Stephan Kulles Buch „Karmapa“ über die eine Inarnation des !”# Karmapa geau$t# Ich %ar zuerst neugierig& aber ziemlich  bald sehr entt’uscht: (s gibt ) Reinarnationen des !*# Karmapa& und leider auch eine sehr star polemische Kontroverse& %er denn von beiden die „richtige“ sei# +eider gibt ,err Kulle $ast ausschlie-lich den Standpunt der .nh’nger des !”# Karmapa /g0en Trinle0 %ieder& anscheinend ohne die 1einung der „anderen Seite“ eingeholt zu haben# (s %irt zumindest so& und das h’tte er als 2ournalist au$ 3eden 4all tun sollen# 5atürlich onnte er nicht %issen& %ie das Buch 1ic Bro%ns& das er als ,aupt6uelle zum Thema onsultierte& entstanden ist: 5aomi +evine %ar seine ma-gebliche 7uelle der In$ormation& %ie er selbst in den 8ansagungen schreibt& und sie stand .ong Rinpoche nahe& der sehr polemisierend in der Karmapa Kontroverse t’tig %ar# Insider der englischen Szene& in der sich +evine be%egt& sagten mir& dass sie Bro%n sogar ein 1anusript zum Thema gab& das Bro%n nur noch mit seinen Intervie%s erg’nzen musste#Kulle hat sich also nicht ausreichend mit dem Standpunt der .nh’nger Karmapa Tha0e 8or3es be$asst# (r hat sicher %eder (ri 9urrens Buch „Buddhas 5ot Smiling“ noch S0lvia ;ongs Buch „Karmapa <rophecies“ gelesen# =um ,intergrund: 5ach dem Tod des !*# Karmapa %urde lange =eit ein !”# Karmapa ge$unden# 8ie Regentscha$t des !*# Karmapa übernahmen seine vier „,erzenss>hne“ Shamar& Situ& 2amg>n Kongtrül und ?0altsab Rinpoche# Traditionell ist& %ie %ir sehen %erden Shamarpa die 5ummer ) der +inie& nach Karmapa und Situ Rinpoche die 5ummer drei# ;as natürlich nicht hei-t& dass der eine naturgem’- mehr recht hat als der andere# =umindest $ür 1enschen aus dem ;esten nicht# Schlie-lich $and Situpa den !”# Karmapa /g0en Trinle anhand eines <rophezeiungsbrie$es& deren .uthentizit’t Shamarpa bez%ei$elte& zumal er mit ,il$e hochrealisierter 1eister den !”# Karmapa Tha0e 8or3e ge$unden hatte# Situpa $and die /nterstützung von ?0altsab& ob 2amg>n Kongtrül g’nzlich überzeugt %ar& dass der <rophezeiungsbrie$ authentisch sei& ist heute umstritten# =umindest %ar er bereit& sich an der Suche nach dem im Brie$ genannten Kind zu beteiligen# +eider am er bei einem .utoun$all ums +eben# @hne das ;issen Shamarpas %urden nun Aertraute Situpas und ?0altsabpas nach Tibet geschict& die auch einen 5omaden3ungen $anden& au$ den die Beschreibung des <rophezeiungsbrie$es zutra$#
 Situpa ontatierte den
!Situpa hatte den 2ungen bereits !! bei einem Besuch in Tibet getro$$en& aber angeblich nicht als Karmapa
8alai +ama& dem er erz’hlte& man h’tte die ;iedergeburt des !*# Karmapa ge$unden und die anderen beiden verbliebenen ,erzenss>hne seien mit der ;ahl einverstanden – %as nicht stimmte& da Shamarpa dies %eiterhin nicht %ar# 8er 8alai +ama gab seine =ustimmung& %omit $ür viele in der tibetischen ?emeinde ebenso %ie im ;esten $eststand& dass /g0en Trinle der authentische Karmapa sei# .llerdings hat& %ie %ir sehen %erden& der 8alai +ama gar eine Be$ugnis die Karmapas anzuerennen& bz%# %enn& dann eine rein politische# Bereits das Büro seines Aorg’ngers – %enn nicht der !C# 8alai lama selbst – anerannte einen $alschen 2ungen als !*# Karmapa& der allerdings starb& sodass der echte !*# Karmapa inthronisiert %erden onnte# 8a alles recht ver%irrend ist& rate ich erst mal zur +etüre von: http:DDde#%iipedia#orgD%iiDKarmapaEKon$litder die Standpunte der .nh’nger beider Karmapas darlegt& so%ie http:DDmaterialienEarmapaEontroverse#%eebl0#comDchronologieEderEereignisse#html 5un zum Buch###Kulle beginnt schon recht $rüh in dem Buch& /n%ahrheiten über den z%eiten in der ,ierachie der KramaEKag0üE+inie& Shamarpa& zu schreiben& den er als machtbesessenen 1enschen sieht: „(r %ar der einzige der +inie& der sich in $rüheren 2ahrhunderten auch politisch  bet’tigt hat# F###G In den ;orten des heutigen Shamarpa: „8ie Karmapas bet’tigten sich traditioneller%eise nicht politisch& daher %as es die verant%ortung der Shamarpas& politische Aerant%ortung zu übernehmen FHG 8er 4ün$te& Sechste& .chte und =ehnte Shamarpa bet’tigten sich politisch“
 .ber er %ar bestimmt nicht der einzige Beispiels%eise schlug der 4ün$te Tai Situpa& ?ele <alzang F!J*E!*J”G dem !*L) aus Tibet vertriebenen und über ein 2ahrzehnt sp’ter nach Tsurphu zurücgeehrten !M# Karmapa sogar vor& sich als 9hinesischer Kaiser zu reinarnieren& um so /nterstützung $ür die von den ?elupas gesch%’chte KarmaEKag0ü Schule zu bieten# Karmapa lehnte ab### /nd das ist nur ein Beispiel unter vielen# Religion und <oliti %ar überall in Tibet star ver%orben# +>bliche .usnahmen sind die Karmapas so%ie gro-e 1eister und Nogis %ie 3ene& die in Tulu /g0ens inspirierendem Buch „Blazing Splendor“  beschrieben sind#
identi$iziert F1ic Bro%n& 8ance o$ !” +ivesG# 8as %ir$t die 4rage au$: ;arum: Schlie-lich $and Situpa bei seinen Tibetreisen unz’hlige ;iedergeburten von 1eistern& %arum hat er dann die ;iedergeburt seines eigenen +ehrer nicht eranntO).n Intervie% %ith Aen# Shamar Rinpoche& Aa3radhatu Sun& Aolume Three 5umber L& .pril 1a0 !!
 5un zu den .nschuldigungen gegen SharmapaShamarpa %ar tats’chlich ein +ehrer des K>nigs von Tsang& %es%egen er manchmal $ür dessen .ngri$$ au$ +hasa im !”# 2ahrhundert mitverant%ortlich gemacht %ird#
 
8er !M# Karmapa schreibt in seiner .utobiographie 3edoch: „8er Sechste Shamarpa sagte dem Tsangpa 8esi P,errscherQ 3edoch: „Sie haben 3etzt genug# Sie sind ein machtvoller 4ürst mit so vielen /ntertanen& %arum grei$en Sie %eiterhin die leinen A>gel anO“
Shamarpa lehnte hier eindeutig die <osition des ,errschers ab& und %eigerte sich %egen dessen militanter <oliti sogar& nach dessen Tod die 5achtodrituale durchzu$ühren#
Kulle schreibt %eiter:„8em !M# Shamarpa %urde nachgesagt& im Krieg z%ischen Tibet und 5epal (nde des !# 2ahrhunderts die =entralregierung des 8alai +ama in +hasa verraten und die nepalesischen Invasoren unterstützt zu haben# 8arau$hin verbot der 8alai +ama die Inarnation des Shamarpa und belegte sie mit einem Bann# F###G Seine politischen .mbitionen und sein st’ndiger .nspruch au$ die 4ührungsrolle scheinen zu best’tigen& dass es sich hier um die Reinarnation des lange verbotenen Rebellen handelt#“ ,at sich ,err Kulle sich mit Tibetischer ?eschichte be$asstO 5eue 9hinesische und 5epalesische 7uellen zeigen& dass die o$$izielle ?eschichtsschreibung der ?elupa Regierung& die Kulle %iedergibt& nicht den Tatsachen entspricht# .uch hier %’re ein ?rundlagenstudium ratsam ge%esen& das ich absolvierte& um %enigstens einigerma-en in$ormiert zu sein# http:DDtibetischeEgeschichte#%eebl0#comDinde#html8ie .nschuldigungen %erden gemacht um den gegen%’rtigen Shamarpa zu disreditieren und das Aerbot der Inthronisierung seiner ;iedergeburten zu legitimieren FTats’chlich hatte die =entralregierung Tibets schon nicht erlaubt& den # Shamarpa zu inthronisieren# „8er vorherige !!# Situ Rinpoche hatte den !*# Karmapa ge$unden und inthronisiert und %ar dessen %ichtigster +ehrer# “ Richtig %’re zu sagen „einer seiner %ichtigsten +ehrer#“ 8er !*# Karmapa sagte lar& dass Situpa und 2amg>n Kongtrül II seine ;urzellamas& also seine
C .utobiograph0 o$ the !Mth Karmapa: The Biograph0 o$ the Bodhisattva The Bounti$ul 9o%& $rom The 9ollection o$ the ;ritings o$ the Tenth Karmapa 9ho0ing 8or3e& Aol ! !*CE!*”& Szechuan <ublication 9ommittee in 9hina Szechuan publication# zit# nach S0lvia ;ong Karmapa <rophecies& S# !!C#
L(benda#

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s